Kredite holen wie die Polen
Mit dem Gedanken gespielt hat sicher der eine oder andere schon mal. Man sieht beim Shoppen – ob im Geschäft oder online – etwas Schönes, leider auch Kostspieliges. Und man überlegt: Was wäre, wenn ich einfach einen Kredit aufnehmen und es mir leisten würde? Mögliche Bedenken wischt man in so einem Moment gerne einmal beiseite. Irgendwie wird man den Kredit schon wieder abgezahlt bekommen. Meister in dieser Form der Verdrängung scheinen unsere polnischen Nachbarn zu sein. Aktuelle Statistiken haben gezeigt, dass die Zahl derjenigen Verbraucher, die Kredite oder laufende Zahlungen nicht mehr bedienen können, in Polen erstmalig auf über zwei Millionen gestiegen ist. Einer Untersuchung zufolge gehe bei etwa 17 von hundert polnischen Haushalten die Hälfte des Einkommens allein für die Rückzahlung von Krediten drauf. Und bei fast jedem zweiten Haushalt ist es immerhin ein Viertel des Einkommens. Nein, daran sollte man sich wirklich kein Beispiel nehmen. Denn einen (einen!) Kredit aufnehmen ist eine Sache … Aber sich Kredit für Kredit so zu verschulden, dass man keine Aussichten mehr hat, je wieder auf einen grünen Zweig zu kommen – das sollte nicht passieren. So ist die Schufa als Kontrollinstanz gar nicht mal so schlecht. Mancher Kreditwillige hat sich durch sie sicher schon von einer überstürzten Kreditaufnahme abbringen lassen. Spontan auftretende Kaufgelüste mithilfe eines Kredits zu bedienen, ist ohnehin meist keine gute Idee. Und die Tatsache, dass die Umgehung des wachsamen Auges der oben genannten Schutzgemeinschaft durch einen speziellen Kredit ohne Schufa mit einem recht hohen Zinssatz verbunden ist, führt ebenfalls dazu, dass es sich so mancher noch einmal überlegt. Aber selbst wenn nicht … Selbst, wenn man sich für einen Kredit entscheidet: Zur Überschuldung muss es nicht kommen, wenn man sein Vorhaben vernünftig kalkuliert und sich einen günstigen Kredit mit fairen Konditionen, passend zum Einkommen-Ausgaben-Verhältnis sucht. Auch ganz wichtig: Ein Kredit sollte eine möglichst einmalige Sache bleiben. Je nach Höhe und Einkommen darf es vielleicht auch ein zweiter sein. Aber wenn’s unübersichtlich wird, kehren langsam aber sicher polnische Verhältnisse ein – und wer will das schon?